Kaufleute für Büromanagement

Mündliche Prüfung Büromanagement: Report, Ablauf, Fragen

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Teil 2
(Winter 2026/27)
Kundenbeziehungsprozesse
30 %schriftlich · 150 Minuten (§ 12)
Fachaufgabe in der Wahlqualifikation
35 %mündlich · fallbezogenes Fachgespräch 20 Minuten
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 14)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In mindestens zwei der drei Prüfungsbereiche von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend (unter 30 Punkten)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Büromanagement und zur Kauffrau für Büromanagement (§ 9, §§ 11–14, § 15) · Termine: IHK-AkA (Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

So läuft das Fachgespräch

Der Prüfungsbereich heißt „Fachaufgabe in der Wahlqualifikation“. Er läuft ganz mündlich ab. Grundlage ist eine deiner beiden Wahlqualifikationen aus dem Ausbildungsvertrag (§ 13 Abs. 2).

  1. Du betrittst den Raum. Vor dir sitzt der Prüfungsausschuss. Er hat mindestens drei Mitglieder (§ 40 Abs. 1 BBiG).
  2. Du eröffnest das Gespräch. Du stellst die Aufgabe und deinen Lösungsweg vor.
  3. Der Ausschuss fragt nach. Es geht um Gründe, Zahlen und andere Wege, die es gegeben hätte.
  4. Nach 20 Minuten ist das Gespräch vorbei (§ 13 Abs. 5).

Das Gespräch zählt 35 Prozent der ganzen Abschlussprüfung (§ 15 Abs. 1). Kein schriftlicher Bereich zählt so viel.

Worauf der Ausschuss achtet

Die Verordnung sagt genau, was du im Gespräch zeigen sollst (§ 13 Abs. 1). Daran misst der Ausschuss deine Antworten:

  • die Aufgabe erfassen und Probleme erörtern
  • Lösungswege entwickeln und begründen
  • kunden- und serviceorientiert handeln
  • wirtschaftliche, ökologische und rechtliche Folgen mitdenken
  • mit anderen kommunizieren und zusammenarbeiten
  • den eigenen Weg reflektieren und das Ergebnis bewerten

Bereite für jeden Punkt ein Beispiel aus deiner Aufgabe vor. Denk auch an den letzten Punkt: Was würdest du heute anders machen?

Report-Variante oder Aufgaben-Variante

Es gibt zwei Wege ins Gespräch. Welchen du gehst, meldet dein Ausbildungsbetrieb mit der Anmeldung zur Prüfung (§ 13).

Report-VarianteAufgaben-Variante
Was du vorher machstje Wahlqualifikation einen Report über eine Fachaufgabe aus dem Betrieb, höchstens drei Seitennichts Schriftliches
Abgabespätestens am ersten Tag von Teil 2entfällt
Am Prüfungstagder Ausschuss wählt einen deiner Reporte ausdu wählst eine von zwei Aufgaben und hast 20 Minuten Vorbereitung
Bewertet wirdnur das Gesprächnur das Gespräch

Quelle: § 13 Abs. 2 bis 5 BüroMKfAusbV. Form und Abgabeweg der Reporte regelt jede IHK selbst.

Unsicher, was besser zu dir passt? Die Entscheidungshilfe Report oder Aufgabe stellt dir acht Fragen dazu.

Die zehn Wahlqualifikationen

Zwei davon stehen in deinem Vertrag (§ 4 Abs. 3):

  • Auftragsprozess steuern
  • Instrumente der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle nutzen
  • Kaufmännische Abläufe in kleinen und mittleren Unternehmen gestalten und umsetzen
  • Einkauf und Logistikprozesse planen, koordinieren und durchführen
  • Marketing- und Vertriebsaktivitäten mitgestalten
  • Personalwirtschaftliche Prozesse umsetzen
  • Assistenzaufgaben übernehmen
  • Öffentlichkeitsarbeit gestalten und Aufgaben des Veranstaltungsmanagements übernehmen
  • Aufgaben der Verwaltung wahrnehmen und Recht anwenden
  • Haushaltsmittel planen und bewirtschaften

Hat deine Ausbildung vor dem 1. August 2025 begonnen, gilt noch die Verordnung von 2013. Dort tragen einige Wahlqualifikationen ältere Namen. „Assistenz und Sekretariat“ heißt heute „Assistenzaufgaben übernehmen“. Aus „Personalwirtschaft“ wurde „Personalwirtschaftliche Prozesse umsetzen“, aus „Verwaltung und Recht“ wurde „Aufgaben der Verwaltung wahrnehmen und Recht anwenden“. Für das Fachgespräch bereitest du dich gleich vor. Einen Fall aus Assistenz und Sekretariat findest du unten im Beispiel.

Ein guter Report in drei Teilen

Drei Seiten sind schnell voll. Halte diese Reihenfolge ein:

  1. Ausgangslage: Was war das Problem im Betrieb? Wer war beteiligt?
  2. Vorgehen: Was hast du gemacht, und warum so? Nenne Zahlen statt Adjektive.
  3. Ergebnis: Was ist herausgekommen? Was würdest du heute anders machen?

Schreib nur über eine Aufgabe, die du selbst bearbeitet hast. Im Gespräch merkt der Ausschuss schnell, wenn du nur nacherzählst.

Fragen, die du erwarten kannst

Diese Fragen haben wir uns selbst ausgedacht. So oder ähnlich fragt ein Ausschuss nach:

  • „Warum haben Sie sich für diesen Lieferanten entschieden und nicht für den günstigsten?“
  • „Welche Kosten sind bei Ihrer Lösung entstanden, und wie haben Sie sie berechnet?“
  • „Was hätten Sie gemacht, wenn der Kunde die Frist nicht akzeptiert hätte?“
  • „Welche Abteilungen waren betroffen, und wie haben Sie sie informiert?“
  • „Wie stellen Sie sicher, dass der Datenschutz eingehalten wird?“
  • „Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?“

Übe die Antworten laut. Ein Satz mit Grund und Zahl wirkt stärker als drei Sätze ohne.

Beispiel: vom Fall zur Antwort

Fall: Du arbeitest in der Wahlqualifikation „Assistenzaufgaben übernehmen“. Deine Abteilung plant eine Dienstreise für vier Personen nach Hamburg. Du sollst die günstigste sinnvolle Anreise finden.

Frage im Gespräch: „Bahn oder Auto – wie sind Sie vorgegangen?“

Gute Antwort: „Ich habe beide Wege mit Kosten und Zeit verglichen. Die Bahn kostete mit Gruppenrabatt weniger als die Fahrt mit zwei Autos samt Parken. Dazu konnten die Kollegen im Zug arbeiten. Deshalb habe ich die Bahn empfohlen. Die Entscheidung hat die Abteilungsleitung getroffen.“

Die Antwort nennt Vorgehen, Kriterien und Ergebnis. Sie sagt auch, wer entschieden hat.

Lernplan bis zum Gespräch

Plane vier Wochen vor deinem Termin ein:

  1. Woche 1: Lies deinen Report oder die Inhalte deiner beiden Wahlqualifikationen noch einmal. Markiere alle Zahlen.
  2. Woche 2: Schreib dir zehn Fragen auf, die dich nervös machen. Beantworte jede in drei Sätzen.
  3. Woche 3: Übe die Eröffnung. Sie soll zwei bis drei Minuten dauern. Stopp die Zeit.
  4. Woche 4: Mach ein Probegespräch mit deinem Ausbilder oder mit Kollegen.

Auch dein Wissen aus dem schriftlichen Teil hilft dir im Gespräch. Die Prüfungssimulation Büromanagement zeigt dir kostenlos, wo du noch Lücken hast.

Wenn es nicht gut lief

Für die Fachaufgabe gibt es keine mündliche Ergänzungsprüfung (§ 16). Du kannst trotzdem bestehen, wenn die anderen Bereiche stark sind. Eine Grenze gilt aber immer: Unter 30 Punkten im Gespräch ist die Prüfung nicht bestanden (§ 15 Abs. 2 Nr. 4). Ob es reicht, rechnet dir der Prüfungsrechner Büromanagement aus.

Bist du am Tag des Gesprächs krank, sag deiner IHK sofort Bescheid. Du brauchst ein ärztliches Attest (§ 23 Abs. 5 Musterprüfungsordnung). Ist die ganze Prüfung nicht bestanden, darfst du sie zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG). Was dann gilt, steht auf der Seite Abschlussprüfung Teil 2.

Lampenfieber vor dem Gespräch ist normal. Tipps dagegen findest du auf der Seite Prüfungsangst.

Prüfungsvorbereitung Kaufleute für Büromanagement

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Zwei Dinge bleiben: die Note im IHK-Zeugnis, das jede Bewerbung sieht – und bei einer Wiederholung bis zu ein Jahr länger Azubi-Gehalt. Die kostenlose Prüfungssimulation für Kaufleute für Büromanagement sagt dir, dass du bei einer Aufgabe falsch lagst. Warum, sagt sie dir nicht – und genau da hört Üben auf und Raten fängt an.

Du schreibst diese Prüfung – nicht irgendeine. Im ErfolgsAzubi-Kurs Kaufleute für Büromanagement übst du genau sie, so lange, bis sie sitzt. Je Prüfungsteil ein Kurs:

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  • Training nach Lernfeldern und Schwerpunkten – als App auf jedem Gerät, Lernfortschritt bleibt gespeichert
  • Leitfaden fürs Fachgespräch, mündliche Prüfung als KI-Simulation
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ErfolgsAzubi gibt es seit 2018 – entstanden aus der Praxis von Berufsschule, Ausbildungsbetrieb und IHK-Prüfungsausschuss, nicht aus einem Verlag. Die Aufgaben folgen deiner Ausbildungsordnung samt Ausbildungsrahmenplan, dem KMK-Rahmenlehrplan deiner Berufsschule und den Schwerpunkten der IHK-Prüfung – nicht einem allgemeinen Lernplan.

Stell dir den Prüfungstag vor, an dem du das Heft aufschlägst und denkst: kenn ich. Nicht aus Glück – weil du die Aufgaben schon unter Zeit gerechnet hast.

Prüfung 25.02.2027

ErfolgsAzubi-Kurs Kaufleute für Büromanagement Teil 1

Prüfungsbereich „Informationstechnisches Büromanagement“: ein berufstypischer Arbeitsauftrag, schriftlich und computergestützt mit Textverarbeitung und Tabellenkalkulation

Für Teil 1 vorbereiten

Prüfung 25.11.2026

ErfolgsAzubi-Kurs Kaufleute für Büromanagement Teil 2

Kundenbeziehungsprozesse · Fachaufgabe in der Wahlqualifikation · Wirtschafts- und Sozialkunde

Für Teil 2 vorbereiten

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Häufige Fragen: Mündliche Prüfung – Kaufleute für Büromanagement

Wie läuft die mündliche Prüfung für Kaufleute für Büromanagement ab?

Sie ist ein fallbezogenes Fachgespräch von 20 Minuten. Du beginnst selbst und stellst Aufgabe und Lösungsweg vor. Danach fragt der Prüfungsausschuss nach (§ 13 BüroMKfAusbV).

Wie lange dauert die mündliche Prüfung?

Das Gespräch dauert 20 Minuten (§ 13 Abs. 5). Hast du die Aufgaben-Variante, kommen vorher 20 Minuten Vorbereitungszeit dazu (§ 13 Abs. 4).

Wann ist die mündliche Prüfung?

Den Termin legt deine IHK fest, nicht die Aufgabenstelle. Er steht in deiner Einladung. Die schriftlichen Bereiche von Teil 2 schreibst du am 25.11.2026.

Wird der Report bewertet?

Nein. Bewertet wird nur, was du im Gespräch zeigst (§ 13 Abs. 2). Der Report ist die Grundlage, über die gesprochen wird. Ein klarer Report macht dir das Gespräch aber leichter.

Wie viel zählt die mündliche Prüfung?

35 Prozent des Gesamtergebnisses. Das ist der größte Einzelanteil der ganzen Abschlussprüfung (§ 15 Abs. 1).

Welche Wahlqualifikation wird geprüft?

Eine der beiden Wahlqualifikationen, die in deinem Ausbildungsvertrag stehen. Bei der Report-Variante schreibst du zu beiden je einen Report, und der Prüfungsausschuss wählt einen davon aus (§ 13 Abs. 2 und 3).

Kann ich mit einer 5 im Fachgespräch noch bestehen?

Ja, wenn das Gespräch mindestens 30 Punkte bringt. Dann müssen Kundenbeziehungsprozesse und WiSo mindestens ausreichend sein. Teil 2 und das Gesamtergebnis brauchen je 50 Punkte (§ 15 Abs. 2). Unter 30 Punkten ist die Prüfung nicht bestanden.

Kann ich die mündliche Prüfung nachbessern, wenn sie schlecht läuft?

Nein. Eine mündliche Ergänzungsprüfung gibt es nur für Kundenbeziehungsprozesse und WiSo, nicht für die Fachaufgabe (§ 16). Umso mehr lohnt sich gute Vorbereitung.

Quellen dieser Seite: BüroMKfAusbV vom 25.02.2025, § 4 Abs. 3, §§ 13, 15, 16 (gesetze-im-internet.de) · Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann und zur Kauffrau für Büromanagement von 2013, § 4 Abs. 3 (für Verträge mit Beginn vor dem 01.08.2025) · BBiG §§ 37 und 40 (gesetze-im-internet.de) und Musterprüfungsordnung des BIBB-Hauptausschusses vom 07.10.2025, § 23 (bibb.de)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Büromanagement und zur Kauffrau für Büromanagement (vom 25. Februar 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 62); Altverträge bis 31. Juli 2025: BüroMKfAusbV 2013 mit Erprobungsverordnung, inhaltsgleich), gelesen am 17.09.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Kaufleute für Büromanagement beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.