Fertigungsmechaniker

Praktische Prüfung Fertigungsmechaniker: der Montageauftrag in Teil 2

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Teil 2
(Winter 2026/27)
Montageauftrag
30 %praktisch · Variante 1: betrieblicher Auftrag in 6,5 Stunden mit Fachgespräch (höchstens 30 Minuten) · Variante 2: Arbeitsaufgabe in insgesamt 7 Stunden, davon Durchführung 2,5 Stunden mit situativem Fachgespräch (höchstens 20 Minuten)
Auftrags- und Funktionsanalyse
10 %schriftlich · 120 Minuten (§ 7 Abs. 4)
Montagetechnik
10 %schriftlich · 120 Minuten (§ 7 Abs. 5)
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 7 Abs. 6)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Prüfungsbereich Montageauftrag mindestens ausreichend
  • Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In zwei der drei Bereiche Auftrags- und Funktionsanalyse, Montagetechnik und Wirtschafts- und Sozialkunde mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend (unter 30 Punkten)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fertigungsmechaniker und zur Fertigungsmechanikerin (§ 6, § 7, § 8) · Termine: PAL – Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (bundesweite Aufgabenstelle der IHKs mit Sitz bei der IHK Region Stuttgart) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

Worum es geht

Der Montageauftrag ist der praktische Bereich von Teil 2. Er zählt 30 Prozent des Gesamtergebnisses und ist ein Sperrfach (§ 8 Abs. 1 und 2 FertigungsMechAusbV). Du zeigst, dass du einen Montageauftrag vom Klären bis zum Prüfen selbst durchziehst.

Die Verordnung nennt vier Anforderungen (§ 7 Abs. 3 Nr. 1):

  1. Klären: Art und Umfang des Auftrags erfassen, Informationen beschaffen.
  2. Planen: Unterlagen auswerten, Sicherheit beachten, Ablauf mit anderen Bereichen abstimmen und festhalten.
  3. Montieren: Auftrag sicher, umweltgerecht und termingerecht durchführen, Qualität sichern, Materialfluss sicherstellen.
  4. Prüfen: Prüfmittel wählen, Ergebnisse kontrollieren, bewerten und dokumentieren.

Variante 1: betrieblicher Auftrag

Du montierst einen echten Auftrag in deinem Betrieb. Vorher legst du dem Prüfungsausschuss die Aufgabe samt geplantem Zeitraum zur Genehmigung vor. Für Durchführung und Dokumentation hast du sechseinhalb Stunden. Danach folgt ein auftragsbezogenes Fachgespräch von höchstens 30 Minuten.

Unser Rat: Ein guter Auftrag hat eine klare Montage mit Prüfung am Ende. Er sollte Entscheidungen enthalten, die du begründen kannst. Reine Fließbandarbeit ohne eigene Planung trägt im Gespräch wenig.

Antrag, Dokumentation und Fachgespräch Schritt für Schritt: Betrieblicher Auftrag für Fertigungsmechaniker.

Variante 2: Arbeitsaufgabe

Hier bekommst du eine vorgegebene Aufgabe, die einem betrieblichen Auftrag entspricht. Insgesamt hast du sieben Stunden für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Die Durchführung selbst dauert zweieinhalb Stunden. In dieser Zeit führen die Prüfer ein situatives Fachgespräch von höchstens 20 Minuten.

Laut PAL zählt bei dieser Form die Durchführung 70 Prozent und das Gespräch 30 Prozent. Erlaubt sind dabei Tabellenbuch und Taschenrechner.

Variante 1Variante 2
Aufgabeeigener Auftrag im Betriebvorgegebene Arbeitsaufgabe
Genehmigung vorabjanein
Zeit6,5 Stunden mit Dokumentation7 Stunden, davon 2,5 Durchführung
Gesprächhöchstens 30 Minuten danachhöchstens 20 Minuten währenddessen

Quelle: § 7 Abs. 3 FertigungsMechAusbV.

Das Fachgespräch

In beiden Varianten geht es um dein Vorgehen. Typische Fragen der Prüfer:

  • „Warum haben Sie diese Montagefolge gewählt?“
  • „Mit welchem Drehmoment ziehen Sie hier an, und woher stammt der Wert?“
  • „Wie prüfen Sie, ob die Baugruppe funktioniert?“
  • „Was tun Sie, wenn ein Teil nicht passt?“

Nenne immer den Grund und die Quelle, etwa Montageanweisung, Zeichnung oder Tabellenbuch. Sag auch, was du beim nächsten Mal anders machen würdest.

Worauf du achten solltest

  • Prüfmittel vorher auf Einsatzfähigkeit prüfen. Das verlangt die Verordnung ausdrücklich (§ 7 Abs. 3 Nr. 1).
  • Schraubensicherungen nicht vergessen.
  • Notizen zum Ablauf machen, damit im Gespräch keine Lücken entstehen.
  • Bei Variante 1 einen Auftrag wählen, der in die Zeit passt.

Warum der Montageauftrag so viel Gewicht hat

Er zählt 30 Prozent der Endnote und muss für sich mindestens 50 Punkte erreichen (§ 8 Abs. 2 Nr. 2). Gute Hefte retten einen schwachen Montageauftrag also nicht. Umgekehrt gilt: Mit einem starken Montageauftrag gewinnst du Luft für die schriftlichen Bereiche. Wie viel, zeigt dir der Notenrechner Fertigungsmechaniker.

Vorbereitung in sechs Wochen

  1. Woche 1: Mit dem Ausbilder Variante und Termin klären.
  2. Woche 2: Montageanweisungen und Prüfpläne deines Betriebs lesen.
  3. Woche 3: Eine Baugruppe auf Zeit montieren und die Zeit notieren.
  4. Woche 4: Prüfprotokoll zu dieser Baugruppe schreiben.
  5. Woche 5: Probe-Fachgespräch mit dem Ausbilder, 20 bis 30 Minuten.
  6. Woche 6: Bei Variante 1 Antrag und Unterlagen fertig machen.

Die schriftlichen Bereiche erklärt Abschlussprüfung Teil 2 Fertigungsmechaniker. Allgemeines zum Fachgespräch steht unter Mündliche Prüfung. Aufgaben zum Üben findest du unter Prüfungsaufgaben Fertigungsmechaniker. Für das Fachgespräch hilft es, Fachwörter sicher zu können. Gebundene Fragen dazu übst du kostenlos in der Prüfungssimulation Fertigungsmechaniker. Bei einem Thema, das hakt, gibt es Nachhilfe per Video.

Prüfungsvorbereitung Fertigungsmechaniker

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für Fertigungsmechaniker gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Praktische Prüfung – Fertigungsmechaniker

Welche Varianten hat der Montageauftrag?

Zwei. Variante 1 ist ein betrieblicher Auftrag mit Fachgespräch. Variante 2 ist eine Arbeitsaufgabe, die einem betrieblichen Auftrag entspricht, mit situativem Fachgespräch (§ 7 Abs. 3 FertigungsMechAusbV).

Wer wählt die Variante aus?

Dein Ausbildungsbetrieb. Er teilt sie dir und der IHK mit der Anmeldung zur Prüfung mit (§ 7 Abs. 3 Nr. 4 FertigungsMechAusbV).

Wie lange dauert der Montageauftrag?

Variante 1: sechseinhalb Stunden für den Auftrag samt Dokumentation, dazu höchstens 30 Minuten Fachgespräch. Variante 2: insgesamt sieben Stunden, davon zweieinhalb für die Durchführung mit höchstens 20 Minuten Gespräch (§ 7 Abs. 3).

Was passiert bei weniger als 50 Punkten im Montageauftrag?

Dann ist die Prüfung nicht bestanden. Der Montageauftrag ist ein Sperrfach und lässt sich nicht mündlich ergänzen (§ 8 Abs. 2 und 3 FertigungsMechAusbV). Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kannst du zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG).

Muss mein betrieblicher Auftrag vorher genehmigt werden?

Ja. Bei Variante 1 legst du dem Prüfungsausschuss vor dem Start die Aufgabenstellung vor. Dazu gehört der geplante Bearbeitungszeitraum. Der Ausschuss muss beides genehmigen (§ 7 Abs. 3 Nr. 2 FertigungsMechAusbV). Fang erst nach der Zusage an.

Was tun, wenn ich am Tag des Montageauftrags krank bin?

Ruf sofort bei deiner IHK an und reiche ein ärztliches Attest ein. Mit wichtigem Grund gilt der Prüfungsteil als nicht abgelegt, und die IHK nennt dir einen neuen Termin. So steht es in § 23 der Musterprüfungsordnung; verbindlich ist die Ordnung deiner IHK.

Quellen dieser Seite: FertigungsMechAusbV vom 02.04.2013, §§ 7 und 8 (gesetze-im-internet.de) · Berufsbildungsgesetz § 37 Abs. 1 (gesetze-im-internet.de) · PAL, Berufe-/Prüfungsübersicht W26, Fertigungsmechaniker/-in, Montageauftrag (ihk.de/stuttgart/pal)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fertigungsmechaniker und zur Fertigungsmechanikerin (vom 2. April 2013 (BGBl. I S. 648)), gelesen am 19.10.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Fertigungsmechaniker beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.