Fachkraft für Lagerlogistik

Fachkraft für Lagerlogistik Zwischenprüfung: Aufgaben, Ablauf, Tipps

Auf einen Blick

Zwischenprüfung
0 %
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich in den Ausbildungsberufen Fachlagerist/Fachlageristin und Fachkraft für Lagerlogistik (§ 13, § 14, § 14 Abs. 10)

Was in der Zwischenprüfung drankommt

Die Zwischenprüfung hat zwei Teile. Ein Teil findet im Lager statt, der andere auf Papier. Beide prüfen den Stoff des ersten Ausbildungsjahres.

TeilInhaltZeitQuelle
praktischeine Arbeitsaufgabe: Lieferung entladen und kontrollieren oder Güter einlagernhöchstens 90 Minuten§ 13 Abs. 3
schriftlichpraxisbezogene Aufgaben, laut AkA etwa 45 maschinell auswertbarhöchstens 90 Minuten§ 13 Abs. 4, IHK-AkA

Die Zwischenprüfung zählt nicht zur Note. Sie ist aber Pflicht für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Der praktische Teil

Du bearbeitest eine Arbeitsaufgabe wie im Alltag. Die Prüfer achten auf drei Dinge. Du wählst passende Arbeitsmittel und prüfst sie vor dem Einsatz. Du arbeitest sicher. Und du denkst an den Umweltschutz, etwa beim Trennen von Verpackung.

Der schriftliche Teil

Die Verordnung nennt drei Gebiete: arbeitsorganisatorische Abläufe, Funktion und Einsatz von Arbeitsmitteln sowie Lagerungsprozesse. Die AkA ergänzt Fragen zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Im Rahmenlehrplan passen dazu die Lernfelder 1 bis 4: Güter annehmen, lagern, bearbeiten und im Betrieb transportieren. Diese Zuordnung ist unsere Ableitung aus den Namen.

Beispielaufgaben mit Lösungsweg

Alle Aufgaben sind von uns geschrieben. Sie zeigen den Stil, nicht den Inhalt einer bestimmten Prüfung.

Aufgabe 1: Wareneingang prüfen

Der Fahrer bringt 20 Kartons. Auf dem Lieferschein stehen 22. Ein Karton ist eingedrückt. Was tust du, bevor du quittierst?

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Lösungsweg: Du vergleichst Anzahl und Zustand mit dem Lieferschein, solange der Fahrer da ist. Dann vermerkst du beide Mängel auf dem Frachtbrief oder Lieferschein. Vermerk: „2 Kartons fehlen, 1 Karton beschädigt“, Unterschrift des Fahrers einholen. Erst danach quittierst du.

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Aufgabe 2: Lagerplatz nach Güterart

Ihr lagert Druckerpapier, Spraydosen und Tiefkühlware ein. Welche Bedingung braucht jede Güterart?

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Lösungsweg: Papier lagert trocken und eben, sonst wellt es sich. Spraydosen sind Gefahrstoffe und gehören in einen geeigneten, gekennzeichneten Bereich. Tiefkühlware braucht eine geschlossene Kühlkette. Trocken, Gefahrstoffbereich, Tiefkühlung.

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Aufgabe 3: Flächennutzung

Ein Lagerraum misst 20 mal 12 Meter. Davon sind 150 Quadratmeter mit Regalen belegt. Wie hoch ist der Flächennutzungsgrad?

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Lösungsweg: Gesamtfläche: 20 m × 12 m = 240 m². Nutzungsgrad: 150 ÷ 240 × 100 = 62,5 Prozent.

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Aufgabe 4: Flurförderzeug vor dem Einsatz

Bevor du einen Gabelstapler fährst, prüfst du ihn. Nenne drei Punkte der Sichtprüfung.

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Lösungsweg: Zum Beispiel Bremsen, Hupe, Gabelzinken auf Risse und Hydraulik auf Leckstellen. Drei davon reichen. Den Stapler fahren darfst du nur mit Ausbildung und schriftlichem Auftrag deines Betriebs (DGUV Vorschrift 68, § 7).

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Aufgabe 5: Ausbildungsnachweis

Muss ein Auszubildender seinen Ausbildungsnachweis führen, und wer prüft ihn?

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Lösungsweg: Ja, das ist eine Pflicht des Auszubildenden (§ 13 Satz 2 Nr. 7 BBiG). Der Betrieb sieht ihn regelmäßig durch (§ 14 Abs. 2 BBiG). Ohne ihn gibt es keine Zulassung zur Abschlussprüfung.

Viele Grundlagen übst du auch in der Prüfungssimulation Fachkraft für Lagerlogistik. Sie ist auf die Abschlussprüfung ausgerichtet. Sie ist kostenlos und braucht kein Konto.

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Lernplan bis zur Prüfung

Starte etwa sechs Wochen vor dem Termin aus deiner Einladung. Übe den praktischen Teil im Betrieb, den schriftlichen zu Hause:

  1. Woche 1: Wareneingang: Lieferschein, Frachtbrief, Mängel richtig vermerken.
  2. Woche 2: Lagerarten und Lagerplatz nach Güterart, auch Gefahrstoffe.
  3. Woche 3: Arbeitsmittel: Flurförderzeuge, Hebezeuge, Prüfung vor dem Einsatz.
  4. Woche 4: Rechnen: Flächen, Raum, Prozent, Lagerkennzahlen.
  5. Woche 5: WiSo und Arbeitsschutz: Ausbildungsvertrag, Schutzausrüstung, Sicherheitszeichen.
  6. Woche 6: Eine Probe auf Zeit und eine Arbeitsaufgabe im Betrieb mit Rückmeldung deines Ausbilders.

Nutze dein Ergebnis zur Planung. Wo du Punkte verloren hast, setzt du im dritten Jahr an. Hakt ein Thema länger, hilft Nachhilfe per Video mit einer Lehrkraft. Was danach kommt, steht auf der Seite Abschlussprüfung Fachkraft für Lagerlogistik.

Prüfungsvorbereitung Fachkraft für Lagerlogistik

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für Fachkraft für Lagerlogistik gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Zwischenprüfung – Fachkraft für Lagerlogistik

Wann ist die Zwischenprüfung für Fachkräfte für Lagerlogistik?

Sie soll in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden (§ 13 Abs. 1 LWLogAusbV). Das genaue Datum für den schriftlichen und den praktischen Teil nennt dir deine IHK in der Einladung.

Was kommt in der praktischen Zwischenprüfung dran?

Eine Arbeitsaufgabe von höchstens 90 Minuten. Sie umfasst das Entladen und Kontrollieren einer Lieferung oder das Einlagern nach Güterarten. Dazu zeigst du Arbeitsmittel, Arbeitsschutz und Umweltschutz (§ 13 Abs. 3).

Wie lange dauert die praktische Zwischenprüfung?

Höchstens 90 Minuten (§ 13 Abs. 3 LWLogAusbV).

Was wird schriftlich geprüft?

Praxisbezogene Aufgaben in höchstens 90 Minuten (§ 13 Abs. 4). Laut IHK-AkA sind es etwa 45 maschinell auswertbare Aufgaben. Dazu gehören Lagerungsprozesse, Arbeitsabläufe, Arbeitsmittel und Wirtschafts- und Sozialkunde.

Zählt die Zwischenprüfung zur Abschlussnote?

Nein. Sie zeigt nur deinen Ausbildungsstand. Die Teilnahme ist aber Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung (§ 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG).

Welche Hilfsmittel darf ich im schriftlichen Teil benutzen?

Nur einen Taschenrechner, der nicht programmierbar ist, ohne Netz läuft und nichts senden kann. Andere Hilfsmittel sind nicht zugelassen. So steht es in den Hinweisen der IHK-AkA für Teilnehmer.

Was passiert, wenn ich bei der Zwischenprüfung krank bin?

Melde dich sofort bei deiner IHK und reiche ein Attest ein. Die Teilnahme ist Pflicht für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Deshalb holst du die Zwischenprüfung nach. Den neuen Termin nennt dir die IHK.

Muss ich die Zwischenprüfung bestehen?

Nein. Bestehen oder Durchfallen gibt es hier nicht. Wichtig ist nur, dass du teilgenommen hast (§ 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Das Ergebnis zeigt dir und deinem Betrieb, wo noch Lücken sind.

Quellen dieser Seite: LWLogAusbV vom 26.07.2004, § 13 (gesetze-im-internet.de) · IHK-AkA, Zwischenprüfung Fachkraft für Lagerlogistik (ihk-aka.de) · Berufsbildungsgesetz § 43 Abs. 1 (gesetze-im-internet.de)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich in den Ausbildungsberufen Fachlagerist/Fachlageristin und Fachkraft für Lagerlogistik (vom 26. Juli 2004 (BGBl. I S. 1887)), gelesen am 17.09.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Fachkraft für Lagerlogistik beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.