Spedition und Logistikdienstleistung

Mündliche Prüfung Spedition und Logistikdienstleistung: das fallbezogene Fachgespräch

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Abschlussprüfung
(Winter 2026/27)
Leistungserstellung in Spedition und Logistik
25 %schriftlich · höchstens 180 Minuten (§ 9)
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
25 %schriftlich · höchstens 90 Minuten (§ 9)
Wirtschafts- und Sozialkunde
25 %schriftlich · höchstens 90 Minuten (§ 9)
Fallbezogenes Fachgespräch
25 %mündlich · höchstens 30 Minuten einschließlich Darstellung der Lösung, Vorbereitung höchstens 20 Minuten (§ 9)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Prüfungsbereich Leistungserstellung in Spedition und Logistik mindestens ausreichend
  • In mindestens drei der vier Prüfungsbereiche mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich ungenügend (unter 30 Punkten)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (§ 8, § 9, § 9 Abs. 5) · Termine: IHK-AkA (Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

So läuft das Fachgespräch ab

Der mündliche Teil heißt fallbezogenes Fachgespräch. Er ist einer von vier Prüfungsbereichen deiner Abschlussprüfung (§ 9 Abs. 2 SpedKfmAusbV).

  1. Wählen: Du bekommst zwei praktische Aufgaben und nimmst eine davon.
  2. Vorbereiten: Bis zu 20 Minuten hast du Zeit, eine Lösung zu entwickeln.
  3. Vorstellen: Du erklärst deinen Vorschlag und begründest ihn.
  4. Gespräch: Der Ausschuss fragt nach. Alles zusammen dauert höchstens 30 Minuten.

Die Aufgaben stammen aus dem Gebiet speditionelle und logistische Leistungen. Sie richten sich nach dem Schwerpunkt deiner betrieblichen Ausbildung (§ 9 Abs. 3 Nr. 4). Die Aufgabe baut also auf dem auf, was du im Betrieb hauptsächlich machst.

Was der Ausschuss sehen will

Die Verordnung nennt vier Dinge, die du zeigen sollst. In eigenen Worten:

  • Du löst eine Aufgabe aus dem Betrieb sachgerecht.
  • Du denkst an Kosten, Technik, Umwelt und Recht.
  • Du führst das Gespräch geordnet und passend zur Situation.
  • Du begründest jeden Vorschlag.

Es zählt also nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg. Begründen gehört ausdrücklich dazu.

Ein Beispielfall mit Lösungsweg

Den Fall haben wir selbst geschrieben. Er zeigt, wie du in 20 Minuten eine Lösung aufbaust.

Aufgabe 1: Sammelgut nach München

Ein Kunde aus Hamburg will zwei Paletten mit Ersatzteilen nach München schicken. Jede wiegt 350 kg. Die Ware soll in zwei Werktagen da sein. Der Kunde fragt, ob du einen eigenen Lkw schickst.

Lösung anzeigenLösung ausblenden

Lösungsweg: Ein eigener Lkw lohnt sich für zwei Paletten kaum. Schlag Sammelgut im Systemverkehr vor. Die Paletten fahren mit anderen Sendungen im Hauptlauf nach München. Der Partner vor Ort stellt sie zu. Nenn als Risiko den Umschlag und biete eine Sendungsverfolgung an. Rechne zum Schluss grob die Kosten gegen eine Direktfahrt.

Mehr solche Aufgaben: kostenlose Prüfungssimulation

Typische Fragen der Prüfer

Diese Fragen sind von uns formuliert. Sie zeigen, wie nachgefragt wird:

  • „Warum haben Sie sich für diese Lösung entschieden?“
  • „Was wäre, wenn die Ware Gefahrgut wäre?“
  • „Wer haftet, wenn auf dem Weg eine Palette beschädigt wird?“
  • „Welche Papiere braucht diese Sendung?“
  • „Wie würden Sie dem Kunden den Preis erklären?“
  • „Gäbe es einen umweltfreundlicheren Weg?“

Antworte kurz und nenne zu jeder Antwort einen Grund. Weißt du etwas nicht, sag es offen. Erkläre dann, wo du nachsehen würdest.

Lernplan für das Fachgespräch

Plane vier Wochen vor deinem Termin ein:

  1. Woche 1: Sammle fünf typische Fälle aus deiner Abteilung.
  2. Woche 2: Löse jeden Fall in 20 Minuten auf einem Blatt.
  3. Woche 3: Stell drei Lösungen laut vor und lass dich unterbrechen.
  4. Woche 4: Wiederhole Haftung, Papiere und Gefahrgut deines Schwerpunkts.

Wenn es nicht gut läuft

Ob dein Ergebnis im Gespräch reicht, hängt an den anderen drei Bereichen. Trag alle Punkte in den Notenrechner Spedition ein, dann siehst du es sofort.

Ist die ganze Prüfung nicht bestanden, darfst du sie zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG). Krank am Tag des Gesprächs? Dann meldest du dich sofort bei der IHK und reichst ein ärztliches Attest ein (§ 23 Abs. 5 Musterprüfungsordnung). Gegen starkes Lampenfieber hilft die Seite Prüfungsangst. Willst du das Gespräch mit jemandem üben, findest du Wege auf der Seite Nachhilfe Spedition.

Was sonst zur Abschlussprüfung gehört

Neben dem Fachgespräch schreibst du drei Bereiche. Alles dazu steht unter Abschlussprüfung Spedition und Logistikdienstleistung. Für die schriftlichen Bereiche übst du kostenlos in der Prüfungssimulation.

Allgemeine Tipps für mündliche Prüfungen findest du auf der Seite Mündliche Prüfung der IHK.

Prüfungsvorbereitung Spedition und Logistikdienstleistung

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für Spedition und Logistikdienstleistung gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Mündliche Prüfung – Spedition und Logistikdienstleistung

Wie bereite ich mich auf die mündliche Prüfung als Speditionskauffrau vor?

Übe mit Fällen aus deinem eigenen Ausbildungsschwerpunkt, denn darauf baut die Aufgabe auf (§ 9 Abs. 3 Nr. 4). Löse sie in 20 Minuten auf einem Blatt und stell sie danach laut vor. Lass dich dabei unterbrechen und nach Gründen fragen.

Wie lange dauert das Fachgespräch?

Höchstens 30 Minuten, deine Vorstellung der Lösung eingerechnet. Vorher hast du bis zu 20 Minuten Vorbereitungszeit (§ 9 Abs. 3 Nr. 4 SpedKfmAusbV).

Kann ich mir die Aufgabe aussuchen?

Ja, zwischen zwei Aufgaben aus dem Gebiet speditionelle und logistische Leistungen. Du nimmst die, bei der du dich sicherer fühlst.

Wie viel zählt das Fachgespräch?

Die Verordnung nennt kein Gewicht. Der Prüfungsrechner der IHK Pfalz zählt es wie jeden der drei schriftlichen Bereiche, also ein Viertel. Frag im Zweifel bei deiner IHK nach.

Was passiert, wenn das Fachgespräch schlecht läuft?

Du brauchst drei ausreichende Bereiche von vier. Ist das Fachgespräch mangelhaft, müssen alle drei schriftlichen Bereiche und das Gesamtergebnis ausreichend sein. Ein ungenügendes Fachgespräch bedeutet: nicht bestanden (§ 9 Abs. 5). Eine mündliche Ergänzung gibt es für das Gespräch nicht, nur für schriftliche Bereiche (§ 9 Abs. 4).

Wann ist die mündliche Prüfung?

Termin und Ablauf nennt dir deine IHK. Die schriftlichen Bereiche beginnen am 24.11.2026.

Quellen dieser Seite: SpedKfmAusbV vom 26.07.2004, geändert 25.05.2009, § 9 Abs. 3 Nr. 4, Abs. 4 und 5 (gesetze-im-internet.de) · Prüfungsrechner der IHK Pfalz (gleiche Gewichtung der vier Bereiche) · BBiG § 37 (gesetze-im-internet.de); Musterprüfungsordnung des BIBB-Hauptausschusses vom 07.10.2025, § 23 (bibb.de)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung (vom 26. Juli 2004, geändert durch Art. 1 der Verordnung vom 25. Mai 2009 (BGBl. I S. 1165)), gelesen am 17.09.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Spedition und Logistikdienstleistung beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.