IT-System-Elektroniker

Projektarbeit IT-System-Elektroniker: Projektbeschreibung, Durchführung, Präsentation

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Teil 2
(Winter 2026/27)
Erstellen, Ändern oder Erweitern von IT-Systemen und von deren Infrastruktur
50 %betrieblich + mündlich · betriebliche Projektarbeit höchstens 40 Stunden einschließlich Dokumentation
Installation von und Service an IT-Geräten, IT-Systemen und IT-Infrastrukturen
10 %schriftlich · 90 Minuten (§ 12)
Anbindung von Geräten, Systemen und Betriebsmitteln an die Stromversorgung
10 %schriftlich · 90 Minuten (§ 13)
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 14)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Prüfungsbereich Anbindung von Geräten, Systemen und Betriebsmitteln an die Stromversorgung mindestens ausreichend
  • In mindestens zwei weiteren Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend (unter 30 Punkten)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum IT-System-Elektroniker und zur IT-System-Elektronikerin (§ 8, §§ 10–14, § 15) · Termine: IHK-AkA (Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

Das Projekt auf einen Blick

PunktRegel
BereichErstellen, Ändern oder Erweitern von IT-Systemen und von deren Infrastruktur
Gewicht50 % des Gesamtergebnisses (§ 15 Abs. 1)
Projektarbeit mit Dokumentationhöchstens 40 Stunden (§ 11 Abs. 2)
Präsentationhöchstens 15 Minuten (§ 11 Abs. 3)
Präsentation und Fachgespräch zusammenhöchstens 30 Minuten (§ 11 Abs. 3)
Bewertung im Bereich50 % Projekt und Doku, 50 % Präsentation und Gespräch (§ 11 Abs. 4)

Was dein Projekt zeigen soll

§ 11 Abs. 2 ITSEAusbV nennt sieben Punkte:

  1. Kundenanforderungen fachlich und wirtschaftlich analysieren.
  2. Projektanforderungen festlegen und das Projekt planen.
  3. IT-Systeme auswählen, nach Normen installieren und konfigurieren.
  4. Geräte und Betriebsmittel an eine Stromversorgung anbinden.
  5. Verbindungen und Leitungswege auswählen, herstellen und darstellen.
  6. Funktionstests durchführen und dokumentieren.
  7. Ergebnisse kundengerecht darstellen und das Projekt abschließen.

Unser Rat: Ein gutes Projekt deckt möglichst viele dieser Punkte ab. Punkt 4 ist typisch für deinen Beruf. Ein reines Softwareprojekt passt deshalb schlechter.

Beispiele für passende Themen

  • Ein Netzwerkschrank für eine Außenstelle, mit USV, Patchfeld und Dokumentation der Absicherung.
  • Videoüberwachung mit PoE-Kameras, Leistungsbudget und Leitungsführung.
  • Umrüstung eines Besprechungsraums auf Medientechnik mit Stromkreis und Netzanbindung.

Das sind unsere Vorschläge. Was genehmigt wird, entscheidet dein Prüfungsausschuss.

Schritt 1: die Projektbeschreibung

Bevor du anfängst, braucht dein Projekt eine Genehmigung. Du reichst eine Projektbeschreibung beim Prüfungsausschuss ein (§ 11 Abs. 2). Sie enthält:

  • Ausgangssituation: Was gibt es heute, was fehlt?
  • Projektziel: Was ist am Ende anders, und woran erkennt man das?
  • Zeitplanung: Phasen mit Stunden, zusammen höchstens 40.

Die Frist und die Form setzt deine IHK. Fang erst an, wenn die Genehmigung da ist.

Schritt 2: Zeit einteilen

PhaseStunden
Analyse und Planung6
Auswahl und Beschaffung4
Umsetzung und Installation16
Test und Abnahme5
Dokumentation9

Die Zahlen sind ein Vorschlag von uns. Wichtig ist, dass die Summe 40 nicht übersteigt.

Schritt 3: die Dokumentation

Gliedere sie nach dem Ablauf des Projekts. Zu jedem Schritt gehören Entscheidung, Begründung und Ergebnis. In den Anhang kommen Pläne, Messprotokolle und Testergebnisse. Ein Stromlauf- oder Installationsplan zeigt den elektrotechnischen Teil am klarsten.

Schritt 4: Präsentation und Fachgespräch

Die Präsentation dauert höchstens 15 Minuten. Zeig Ziel, Lösung, eine schwierige Entscheidung und das Ergebnis. Danach fragt der Ausschuss nach deinem Vorgehen. Mögliche Fragen:

  • „Warum haben Sie diese USV-Größe gewählt?“
  • „Wie haben Sie die elektrische Sicherheit nachgewiesen?“
  • „Was würden Sie heute anders planen?“

Bestehen

Für das Projekt gibt es keine mündliche Ergänzung. Unter 30 Punkten ist die Prüfung nicht bestanden. Mindestens ausreichend muss das Projekt nur sein, wenn sonst zu wenige Bereiche ausreichen (§ 15 Abs. 2).

Ob deine Projektpunkte zusammen mit den anderen Bereichen reichen, zeigt der Prüfungsrechner IT-System-Elektroniker.

Ist die ganze Prüfung nicht bestanden, ist ein gutes Projekt nicht verloren. Ab 50 Punkten wird es dir bei der Wiederholung auf Antrag angerechnet, sofern du dich binnen zwei Jahren anmeldest (§ 29 Abs. 2 Musterprüfungsordnung). Insgesamt darfst du zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG).

Bist du am Tag der Präsentation krank, gib der IHK sofort Bescheid und reich ein ärztliches Attest ein (§ 23 Abs. 5 Musterprüfungsordnung). Nervosität vor dem Vortrag ist normal. Tipps stehen auf der Seite Prüfungsangst.

Die schriftlichen Bereiche erklärt die Seite Abschlussprüfung Teil 2 IT-System-Elektroniker.

Prüfungsvorbereitung IT-System-Elektroniker

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für IT-System-Elektroniker gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Projektarbeit – IT-System-Elektroniker

Wie lange darf das Abschlussprojekt dauern?

Höchstens 40 Stunden für Projektarbeit und Dokumentation zusammen (§ 11 Abs. 2 ITSEAusbV). Plane die Dokumentation von Anfang an in diese Zeit ein.

Was steht in der Projektbeschreibung?

Ausgangssituation, Projektziel und Zeitplanung. Sie geht vor dem Start zur Genehmigung an den Prüfungsausschuss (§ 11 Abs. 2 ITSEAusbV).

Wie lange dauern Präsentation und Fachgespräch?

Für beides hast du höchstens 30 Minuten, davon für den Vortrag höchstens 15 (§ 11 Abs. 3 ITSEAusbV).

Muss mein Projekt etwas mit Strom zu tun haben?

Die Verordnung nennt das Anbinden von Geräten an eine Stromversorgung als einen der Punkte, die du zeigen sollst (§ 11 Abs. 2 Nr. 4). Ein Projekt mit elektrotechnischem Anteil passt deshalb gut zum Beruf.

Wie wird das Projekt bewertet?

Projektarbeit mit Dokumentation zählt 50 Prozent, Präsentation mit Fachgespräch 50 Prozent des Bereichs (§ 11 Abs. 4). Der Bereich trägt die Hälfte deines Gesamtergebnisses (§ 15 Abs. 1).

Quellen dieser Seite: ITSEAusbV vom 28.02.2020, §§ 11 und 15 (gesetze-im-internet.de) · IHK-AkA, IT-System-Elektroniker/-in, Berufsdetailseite (ihk-aka.de), am 19.10.2026 nachgelesen · BBiG § 37 (gesetze-im-internet.de); Musterprüfungsordnung des BIBB-Hauptausschusses vom 07.10.2025, §§ 23 und 29 (bibb.de)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum IT-System-Elektroniker und zur IT-System-Elektronikerin (vom 28. Februar 2020 (BGBl. I S. 268)), gelesen am 19.10.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil IT-System-Elektroniker beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.