Industrieelektriker

Betrieblicher Auftrag Industrieelektriker: Elektrische Sicherheit prüfen und belegen

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Abschlussprüfung
(Winter 2026/27)
Arbeitsauftrag
50 %praktisch · komplexe Arbeitsaufgabe in höchstens 8 Stunden
Elektrische Sicherheit
20 %praktisch · betrieblicher Auftrag einschließlich Dokumentation 5 Stunden, auftragsbezogenes Fachgespräch höchstens 20 Minuten (§ 7 Abs. 5)
Schaltungs- und Funktionsanalyse
20 %schriftlich · 90 Minuten (§ 7 Abs. 6)
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 7 Abs. 7)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Prüfungsbereich Elektrische Sicherheit mindestens ausreichend
  • Prüfungsbereich Schaltungs- und Funktionsanalyse mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich ungenügend (unter 30 Punkten) – auch nicht im Arbeitsauftrag

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Industrieelektriker/zur Industrieelektrikerin (§ 6, § 7, § 8) · Termine: PAL – Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (bundesweite Aufgabenstelle der IHKs mit Sitz bei der IHK Region Stuttgart) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

Kurz gesagt

Beim Industrieelektriker steckt der betriebliche Auftrag im Prüfungsbereich Elektrische Sicherheit. Du prüfst in deinem Betrieb ein elektrisches Gerät und eine elektrische Anlage. Du hältst Messungen und Ergebnis in praxisbezogenen Unterlagen fest. Danach sprichst du mit dem Prüfungsausschuss über genau diesen Auftrag (§ 7 Abs. 5 IndElekAusbV).

Verwechsle ihn nicht mit dem Arbeitsauftrag. Der ist eine komplexe Arbeitsaufgabe mit Gesprächsphasen und schriftlichen Teilen (§ 7 Abs. 4). Beide Bereiche erklärt die Seite Praktische Prüfung Industrieelektriker.

Die Regeln auf einen Blick

PunktRegelFundstelle
GenehmigungAufgabenstellung und geplanter Bearbeitungszeitraum vorher an den Prüfungsausschuss§ 7 Abs. 5 Nr. 2
Zeitfünf Stunden für Durchführung und Dokumentation§ 7 Abs. 5 Nr. 3
Unterlagengehen nach dem Auftrag an den Prüfungsausschuss§ 7 Abs. 5 Nr. 2
Fachgesprächauf Grundlage deiner Unterlagen, höchstens 20 Minuten§ 7 Abs. 5 Nr. 2 und 3
Gewicht20 Prozent der Abschlussprüfung§ 8 Abs. 1
Bestehenmindestens ausreichend§ 8 Abs. 2 Nr. 2

Was du zeigen musst

Die Verordnung nennt fünf Anforderungen (§ 7 Abs. 5 Nr. 1). Plane deinen Auftrag so, dass jede vorkommt:

  1. Planen: Ablauf abstimmen, Schaltpläne nutzen, Teilaufgaben festlegen, Abläufe und Zuständigkeiten vor Ort berücksichtigen.
  2. Gerät prüfen: eine Erst- oder Wiederholungsprüfung an einem elektrischen Gerät.
  3. Anlage prüfen: eine Erst- oder Wiederholungsprüfung an einer elektrischen Anlage.
  4. Fehler finden: Mängel systematisch suchen und feststellen.
  5. Belegen: Mess- und Prüfprotokolle anfertigen und die Sicherheit bewerten.

Laut PAL besteht der Bereich aus dem betrieblichen Auftrag mit 300 Minuten und dem Fachgespräch mit höchstens 20 Minuten.

Schritt 1: der Antrag

Vor dem Start brauchst du eine Genehmigung. Du reichst die Aufgabenstellung und den geplanten Bearbeitungszeitraum beim Prüfungsausschuss ein (§ 7 Abs. 5 Nr. 2). Formular und Frist legt deine IHK fest.

Unser Vorschlag für eine klare Aufgabenstellung:

  1. Prüfgegenstände: welches Gerät, welche Anlage, mit Ort.
  2. Anlass: Erst- oder Wiederholungsprüfung, je Prüfgegenstand.
  3. Ablauf: Reihenfolge der Schritte mit geschätzter Zeit.
  4. Abstimmung: wer vorher informiert werden muss, etwa für das Freischalten.
  5. Ergebnis: welche Protokolle du am Ende abgibst.

Unser Rat: Wähl Prüfgegenstände, die in fünf Stunden samt Dokumentation zu schaffen sind. Kläre früh, ob dein Betrieb die Messgeräte bereitstellt und wann die Anlage abgeschaltet werden darf.

Schritt 2: Durchführung und Protokolle

Für Prüfung und Dokumentation hast du fünf Stunden (§ 7 Abs. 5 Nr. 3). Die Verordnung verlangt Mess- und Prüfprotokolle und eine Bewertung der Sicherheit (§ 7 Abs. 5 Nr. 1.5). Eine feste Form schreibt sie nicht vor.

Unser Vorschlag für die Unterlagen:

  • Deckblatt mit Prüfgegenstand, Ort, Anlass und Datum.
  • Liste der Messgeräte mit Angabe zur Kalibrierung.
  • Je Messung: Messwert, Grenzwert, Urteil.
  • Gefundene Mängel und deine Empfehlung dazu.
  • Gesamturteil je Prüfgegenstand: sicher oder nicht sicher.

Welche Normen dein Betrieb für die Prüfung nutzt, klärst du vorher mit deinem Ausbilder. Im Gespräch solltest du sie nennen können.

Schritt 3: das Fachgespräch

Nach dem Auftrag gehen deine Unterlagen an den Prüfungsausschuss. Er bereitet damit das Gespräch vor (§ 7 Abs. 5 Nr. 2). Das Gespräch dauert höchstens 20 Minuten. Rechne mit Fragen wie diesen:

  • „Wie sind Sie beim Freischalten der Anlage vorgegangen?“
  • „Welcher Messwert war am knappsten, und wie haben Sie ihn bewertet?“
  • „Warum haben Sie diesen Mangel als gefährlich eingestuft?“
  • „Was steht im Protokoll, wenn das Gerät nicht sicher ist?“

Antworte mit Messwert und Grund. Zeig auf die Stelle im Protokoll, wenn das hilft.

Bewertung und Bestehen

Die Elektrische Sicherheit zählt 20 Prozent der Abschlussprüfung (§ 8 Abs. 1). Sie ist ein Sperrfach: Unter 50 Punkten ist die Prüfung nicht bestanden (§ 8 Abs. 2 Nr. 2). Mündlich ergänzen lässt sich der Bereich nicht (§ 8 Abs. 3). Wie Auftrag und Gespräch darin gewichtet werden, regelt die Verordnung nicht.

Was die Punkte für dein Gesamtergebnis bedeuten, zeigt der Notenrechner Industrieelektriker.

Lernplan bis zum Fachgespräch

  1. Mit dem Ausbilder klären: Prüfgegenstände, Messgeräte, Frist für den Antrag.
  2. Antrag schreiben: fünf Punkte von oben, dann einreichen.
  3. Messen üben: jede Woche ein Gerät mit Protokoll prüfen.
  4. Anlage üben: eine Anlage komplett durchmessen und bewerten.
  5. Fehlersuche üben: mit festem Ablauf und Notizen.
  6. Auftrag durchführen: Protokolle direkt ausfüllen.
  7. Probe-Fachgespräch: 20 Minuten mit dem Ausbilder über deine Protokolle.

Die schriftlichen Bereiche erklärt Abschlussprüfung Industrieelektriker. Die Theorie zu Schutzmaßnahmen und Messungen übst du kostenlos in der Prüfungssimulation Industrieelektriker. Allgemeines zum Gespräch steht unter Mündliche Prüfung. Für Antrag oder Protokoll hilft die 1:1-Nachhilfe Industrieelektriker.

Prüfungsvorbereitung Industrieelektriker

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für Industrieelektriker gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Betrieblicher Auftrag – Industrieelektriker

In welchem Prüfungsbereich steckt der betriebliche Auftrag?

Im Prüfungsbereich Elektrische Sicherheit der Abschlussprüfung. Dort führst du einen betrieblichen Auftrag durch, dokumentierst ihn mit praxisbezogenen Unterlagen und führst darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch (§ 7 Abs. 5 Nr. 2 IndElekAusbV).

Ist der Arbeitsauftrag dasselbe wie der betriebliche Auftrag?

Nein. Der Arbeitsauftrag ist eine komplexe Arbeitsaufgabe mit Gesprächsphasen und schriftlichen Aufgaben (§ 7 Abs. 4 IndElekAusbV). Der betriebliche Auftrag gehört zur Elektrischen Sicherheit und findet in deinem Betrieb statt (§ 7 Abs. 5).

Was prüfe ich im betrieblichen Auftrag?

Ein elektrisches Gerät und eine elektrische Anlage, jeweils als Erst- oder Wiederholungsprüfung. Dazu kommen Fehlersuche, Mess- und Prüfprotokolle und eine Bewertung der Sicherheit (§ 7 Abs. 5 Nr. 1 IndElekAusbV).

Wie lange dauert der betriebliche Auftrag?

Fünf Stunden für die Durchführung samt Dokumentation. Danach folgt das auftragsbezogene Fachgespräch mit höchstens 20 Minuten (§ 7 Abs. 5 Nr. 3 IndElekAusbV).

Muss der betriebliche Auftrag genehmigt werden?

Ja. Du legst dem Prüfungsausschuss vor der Durchführung die Aufgabenstellung samt geplantem Bearbeitungszeitraum zur Genehmigung vor (§ 7 Abs. 5 Nr. 2 IndElekAusbV). Formular und Frist nennt deine IHK.

Was passiert, wenn ich in der Elektrischen Sicherheit unter 50 Punkten bleibe?

Dann ist die Abschlussprüfung nicht bestanden. Der Bereich braucht mindestens ausreichend (§ 8 Abs. 2 Nr. 2 IndElekAusbV). Mündlich ergänzen lässt er sich nicht, das geht nur in schriftlichen Bereichen (§ 8 Abs. 3). Wiederholen kannst du die Prüfung zweimal (§ 37 Abs. 1 BBiG).

Quellen dieser Seite: IndElekAusbV vom 28.05.2009, §§ 7 und 8 (gesetze-im-internet.de) · PAL, Abschlussprüfung Industrieelektriker/-in Fachrichtung Betriebstechnik, Hinweise für die Kammer, Sommer 2026 (S26 1086 R): Elektrische Sicherheit (ihk.de) · Berufsbildungsgesetz § 37 Abs. 1 (gesetze-im-internet.de)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Industrieelektriker/zur Industrieelektrikerin (vom 28. Mai 2009 (BGBl. I S. 1201)), gelesen am 19.10.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Industrieelektriker beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.