Industriemechaniker

Fachgespräch Industriemechaniker: Ablauf, Bewertung, typische Fragen

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Teil 2
(Winter 2026/27)
Arbeitsauftrag
50 %praktisch · Variante 1: betrieblicher Auftrag in 18 Stunden mit Fachgespräch (höchstens 30 Minuten) · Variante 2: praktische Arbeitsaufgabe in 14 Stunden mit begleitendem Fachgespräch (höchstens 20 Minuten)
Auftrags- und Funktionsanalyse
20 %schriftlich · höchstens 120 Minuten (§ 14 Abs. 6)
Fertigungstechnik
20 %schriftlich · höchstens 120 Minuten (§ 14 Abs. 7)
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · höchstens 60 Minuten (§ 14 Abs. 8)
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Prüfungsbereich Arbeitsauftrag mindestens ausreichend
  • Gesamtergebnis der drei schriftlichen Bereiche (Auftrags- und Funktionsanalyse, Fertigungstechnik, Wirtschafts- und Sozialkunde) mindestens ausreichend
  • In zwei der drei schriftlichen Bereiche mindestens ausreichend
  • Im dritten schriftlichen Bereich keine ungenügende Leistung (mindestens 30 Punkte)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen (§ 13, § 14, § 27) · Termine: PAL – Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (bundesweite Aufgabenstelle der IHKs mit Sitz bei der IHK Region Stuttgart) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

Wo das Fachgespräch vorkommt

Industriemechaniker sprechen in beiden Teilen der Prüfung mit dem Prüfungsausschuss. Die Form ist aber verschieden.

TeilGesprächDauerGrundlage
Teil 1situative Gesprächsphasen während der Arbeitsaufgabezusammen höchstens 10 Minuten§ 13 Abs. 4
Teil 2, Variante 1auftragsbezogenes Fachgespräch nach dem betrieblichen Auftraghöchstens 30 Minuten§ 14 Abs. 4 Nr. 1
Teil 2, Variante 2begleitendes Fachgespräch zur praktischen Arbeitsaufgabehöchstens 20 Minuten§ 14 Abs. 4 Nr. 2

Alle Paragrafen stammen aus der IndMetAusbV. Welche Variante in Teil 2 gilt, wählt dein Ausbildungsbetrieb (§ 14 Abs. 5).

Was zählt

In Teil 1 zählen die Gesprächsphasen laut Aufgabenstelle 5 Prozent der Arbeitsaufgabe. Sie sind kurz, aber du redest mitten in der Arbeit. Der Prüfer fragt, was du gerade tust und warum.

In Teil 2 ist das Gespräch Teil des Arbeitsauftrags. Der Arbeitsauftrag zählt 50 Prozent von Teil 2 und muss mindestens ausreichend sein (§ 27 Abs. 3 und 4). Bei der praktischen Arbeitsaufgabe zählen Beobachtung und begleitendes Fachgespräch zusammen 40 Prozent des Bereichs. Für den betrieblichen Auftrag nennt die Aufgabenstelle keine solchen Anteile.

Die Verordnung sagt auch, was der Ausschuss bewertet: die prozessrelevanten Qualifikationen. Gemeint ist, wie du einen Auftrag klärst, planst, durchführst, prüfst und übergibst (§ 14 Abs. 3 und 4).

Die zwei Varianten in Teil 2

Betrieblicher Auftrag: Du führst in 18 Stunden einen echten Auftrag im Betrieb durch. Du dokumentierst ihn mit praxisbezogenen Unterlagen. Das Fachgespräch baut auf diesen Unterlagen auf. Die Aufgabenstellung legst du vorher dem Prüfungsausschuss zur Genehmigung vor.

Praktische Arbeitsaufgabe: Du hast 14 Stunden für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Die Durchführung selbst dauert sechs Stunden. Der Ausschuss beobachtet dich und spricht währenddessen mit dir.

Im ersten Fall erklärst du im Rückblick. Im zweiten Fall erklärst du, während du arbeitest. Übe beides.

Typische Fragen im Fachgespräch

Wir haben die Fragen selbst formuliert. Sie zeigen, wohin ein Ausschuss nachfragt:

  • „Woran haben Sie gesehen, dass das Maß in Ordnung ist? Mit welchem Prüfmittel haben Sie gemessen?“
  • „Warum haben Sie diese Reihenfolge der Arbeitsschritte gewählt?“
  • „Welche Schnittdaten haben Sie eingestellt, und woher stammen sie?“
  • „Was tun Sie, wenn ein Maß außerhalb der Toleranz liegt?“
  • „Wie haben Sie die Maschine gegen unbeabsichtigtes Einschalten gesichert?“
  • „Erklären Sie den Ablauf der Steuerung am Schaltplan.“
  • „Wie haben Sie den Auftrag an den Kunden übergeben?“

Fast jede Frage verlangt einen Grund. Ein „Das macht man so“ reicht dem Ausschuss nicht.

Beispiel: eine Antwort mit Struktur

Frage: „Die Passung an der Welle war zu eng. Wie sind Sie vorgegangen?“

Gute Antwort: „Ich habe den Durchmesser mit der Bügelmessschraube nachgemessen. Er lag 0,02 mm über dem Höchstmaß. Ich habe die Ursache gesucht und einen verschlissenen Drehmeißel gefunden. Nach dem Wechsel habe ich nachgedreht und erneut gemessen. Beides steht im Prüfprotokoll.“

Die Antwort nennt das Prüfmittel, den Messwert, die Ursache, die Abhilfe und den Nachweis. So zeigst du den ganzen Ablauf von Prüfen bis Dokumentieren.

Lernplan bis zum Gespräch

  1. Unterlagen kennen: Lies deine Dokumentation oder deine Vorbereitungsunterlagen so oft, bis du jede Zahl erklären kannst.
  2. Gründe sammeln: Schreib zu jedem Arbeitsschritt einen Satz, warum du ihn so machst.
  3. Laut üben: Erkläre deinem Ausbilder oder einem Kollegen den Auftrag in zehn Minuten.
  4. Fragen trainieren: Lass dir die typischen Fragen oben stellen und antworte frei, ohne Zettel.
  5. Fachbegriffe prüfen: Erkläre jeden Begriff aus Zeichnung, Arbeitsplan und Schaltplan in einem Satz.

Für das Fachwissen der schriftlichen Bereiche übst du in der Prüfungssimulation Industriemechaniker. Ob deine Punkte für das Bestehen reichen, zeigt der Notenrechner Industriemechaniker.

Wenn es nicht reicht

Liegt der Arbeitsauftrag unter 50 Punkten, ist die Prüfung nicht bestanden. Eine mündliche Ergänzungsprüfung gibt es dafür nicht (§ 27 Abs. 5). Du kannst die Prüfung zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG). Nach der Prüfung kannst du bei deiner IHK Einsicht in deine Prüfungsunterlagen beantragen (§ 31 Abs. 1 Musterprüfungsordnung).

Prüfungsvorbereitung Industriemechaniker

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Zwei Dinge bleiben: die Note im IHK-Zeugnis, das jede Bewerbung sieht – und bei einer Wiederholung bis zu ein Jahr länger Azubi-Gehalt. Die kostenlose Prüfungssimulation für Industriemechaniker sagt dir, dass du bei einer Aufgabe falsch lagst. Warum, sagt sie dir nicht – und genau da hört Üben auf und Raten fängt an.

Du schreibst diese Prüfung – nicht irgendeine. Im ErfolgsAzubi-Kurs Industriemechaniker übst du genau sie, so lange, bis sie sitzt. Je Prüfungsteil ein Kurs:

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ErfolgsAzubi gibt es seit 2018 – entstanden aus der Praxis von Berufsschule, Ausbildungsbetrieb und IHK-Prüfungsausschuss, nicht aus einem Verlag. Die Aufgaben folgen deiner Ausbildungsordnung samt Ausbildungsrahmenplan, dem KMK-Rahmenlehrplan deiner Berufsschule und den Schwerpunkten der IHK-Prüfung – nicht einem allgemeinen Lernplan.

Stell dir den Prüfungstag vor, an dem du das Heft aufschlägst und denkst: kenn ich. Nicht aus Glück – weil du die Aufgaben schon unter Zeit gerechnet hast.

Prüfung 16.03.2027

ErfolgsAzubi-Kurs Industriemechaniker Teil 1

Herstellen einer Baugruppe mit steuerungstechnischer Funktion

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Prüfung 02.12.2026

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Häufige Fragen: Fachgespräch – Industriemechaniker

Wie lange dauert das Fachgespräch bei Industriemechanikern?

Das hängt von der Variante ab. Beim betrieblichen Auftrag höchstens 30 Minuten, bei der praktischen Arbeitsaufgabe höchstens 20 Minuten (§ 14 Abs. 4 IndMetAusbV). In Teil 1 gibt es nur kurze Gesprächsphasen, zusammen höchstens zehn Minuten (§ 13 Abs. 4).

Wer entscheidet, welche Variante ich in Teil 2 mache?

Dein Ausbildungsbetrieb. Er teilt die Variante dir und der IHK mit der Anmeldung zur Prüfung mit (§ 14 Abs. 5 IndMetAusbV).

Kann ich ein schlechtes Fachgespräch mündlich ausgleichen?

Nein. Das Fachgespräch gehört zum Arbeitsauftrag. Eine mündliche Ergänzungsprüfung gibt es nur für die drei schriftlichen Bereiche (§ 27 Abs. 5 IndMetAusbV).

Was passiert, wenn der Arbeitsauftrag unter ausreichend liegt?

Dann ist die Prüfung nicht bestanden, auch bei guten schriftlichen Ergebnissen. Der Arbeitsauftrag muss mindestens ausreichend sein (§ 27 Abs. 4 Nr. 2). Du kannst die Prüfung zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG).

Muss ich im Fachgespräch Fachbegriffe benutzen?

Ja, aber richtig. Ein Fachbegriff, den du nicht erklären kannst, führt zur nächsten Nachfrage. Nutze die Begriffe aus deiner Zeichnung und deinem Arbeitsplan, die kennst du.

Quellen dieser Seite: IndMetAusbV in der Fassung vom 28.06.2018, §§ 13, 14 und 27 (gesetze-im-internet.de) · Musterprüfungsordnung des BIBB-Hauptausschusses, § 31 Abs. 1 (bibb.de) · Berufsbildungsgesetz, § 37 (gesetze-im-internet.de) · PAL, Standardbereitstellungsunterlagen Industriemechaniker/-in (Berufs-Nr. 4020) und Berufe-/Prüfungsübersicht, Phasen der Bewertung

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen (Bekanntmachung vom 28. Juni 2018 (BGBl. I S. 975)), gelesen am 17.09.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Industriemechaniker beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 24.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.