Technischer Systemplaner

Arbeitsauftrag Technischer Systemplaner: Varianten, Antrag, Präsentation

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Teil 2
(Winter 2026/27)
Arbeitsauftrag
35 %praktisch · betrieblicher Auftrag oder Prüfungsprodukt: 40 Stunden einschließlich Dokumentation, dazu Präsentation (höchstens 10 Minuten) und Fachgespräch (höchstens 20 Minuten)
Systemplanung
25 %schriftlich · 180 Minuten (§ 18 Abs. 4)
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 18 Abs. 5)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Prüfungsbereich Arbeitsauftrag mindestens ausreichend
  • Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In mindestens einem der Bereiche Systemplanung und Wirtschafts- und Sozialkunde mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend (unter 30 Punkten)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Technischen Produktdesigner und zur Technischen Produktdesignerin sowie zum Technischen Systemplaner und zur Technischen Systemplanerin (§ 17, § 18, § 19) · Termine: PAL – Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (bundesweite Aufgabenstelle der IHKs mit Sitz bei der IHK Region Stuttgart) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

Der Arbeitsauftrag in Zahlen

PunktVorgabe
Gewicht35 % des Gesamtergebnisses (§ 19 Abs. 1)
Bearbeitunghöchstens 40 Stunden mit Dokumentation
Präsentationhöchstens 10 Minuten
Fachgesprächhöchstens 20 Minuten
GebieteHeizungs-, Klima- oder Sanitärtechnik
Bestehenmindestens ausreichend (§ 19 Abs. 2)

Zeiten und Gebiete aus § 18 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV.

Zwei Varianten

Variante 1: betrieblicher Auftrag. Du planst einen echten Auftrag deines Betriebs. Vorher genehmigt der Prüfungsausschuss Aufgabe und Zeitraum.

Variante 2: Prüfungsprodukt. Du bekommst eine Aufgabe, die einem betrieblichen Auftrag entspricht. Laut PAL gibt es sie für Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik.

In beiden Varianten dokumentierst du mit praxisbezogenen Unterlagen, präsentierst und führst das Fachgespräch. Das Gespräch geht von deinem Datensatz und deinen Unterlagen aus.

Was du zeigen sollst

Laut § 18 Abs. 3 Nr. 1:

  1. Den Auftrag analysieren, Informationen beschaffen, Schnittstellen klären.
  2. Zeichnungen mit Anlagenschema normgerecht erstellen.
  3. Funktionszusammenhänge und Datenblätter erstellen.
  4. Fachlich rechnen, vor allem wärme- und strömungstechnisch.
  5. Kenndaten von Komponenten mit Blick auf Schall- und Brandschutz ermitteln und Gesetze beachten.
  6. Fertigungsunterlagen und Materiallisten erstellen, Befestigungen auswählen.

Der Antrag beim betrieblichen Auftrag

Ein guter Antrag ist kurz und klar. Er nennt:

  • das Gebäude oder den Anlagenteil,
  • was du planst und wo es aufhört,
  • welche Berechnungen du machst,
  • welche Unterlagen am Ende stehen,
  • einen Zeitplan, der in 40 Stunden passt.

Plane den Auftrag nicht zu groß. Eine komplette Haustechnik für ein Mehrfamilienhaus schaffst du nicht allein in 40 Stunden. Wähle lieber einen Strang, eine Etage oder eine Zentrale.

Die Dokumentation

Eine sinnvolle Gliederung:

  1. Ausgangslage und Ziel.
  2. Grundlagen: Normen, Vorgaben, Kundenwünsche.
  3. Berechnungen mit Rechenweg.
  4. Auswahl der Komponenten mit Begründung.
  5. Zeichnungen und Schema.
  6. Materialliste und Befestigung.
  7. Fazit: was erreicht ist und was offen bleibt.

Präsentation und Fachgespräch

In zehn Minuten zeigst du Ziel, Lösung und eine wichtige Entscheidung. Danach fragen die Prüfer bis zu 20 Minuten. Laut PAL zählt dieses Gespräch mit 60 Prozent am meisten. Bereite dich deshalb auf Fragen wie diese vor:

  • „Warum haben Sie diese Pumpe gewählt?“
  • „Wie haben Sie den Brandschutz an der Deckendurchführung gelöst?“
  • „Was ändert sich, wenn der Raum anders genutzt wird?“

Rechne jede wichtige Zahl deiner Dokumentation noch einmal selbst nach. Dann kannst du sie im Gespräch sicher erklären.

Zeitplan in 40 Stunden

SchrittStunden
Analyse und Grundlagen5
Berechnungen10
Auswahl der Komponenten6
Zeichnungen und Schema10
Materialliste und Befestigung3
Dokumentation fertigstellen6

Die Aufteilung ist ein Vorschlag von uns. Passe sie an deinen Auftrag an.

Wenn der Arbeitsauftrag nicht reicht

Der Arbeitsauftrag ist eine Sperrnote. Liegt er unter ausreichend, fällst du durch, egal wie gut der Rest ist (§ 19 Abs. 2 Nr. 2). Eine mündliche Ergänzung rettet ihn nicht. Die gibt es nur für die schriftlichen Bereiche von Teil 2 (§ 19 Abs. 3).

Wie viele Punkte du in den anderen Bereichen brauchst, rechnest du im Notenrechner Technischer Systemplaner aus. Willst du Präsentation und Fachgespräch vorher mit jemandem proben, findest du einen Termin bei der Nachhilfe Technischer Systemplaner.

Die schriftlichen Bereiche erklärt Abschlussprüfung Teil 2 Technischer Systemplaner. Allgemeines zum Fachgespräch steht auf Mündliche Prüfung.

Prüfungsvorbereitung Technischer Systemplaner

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für Technischer Systemplaner gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Arbeitsauftrag – Technischer Systemplaner

Was ist der Arbeitsauftrag beim Technischen Systemplaner?

Der größte Bereich von Teil 2. Du planst eine Anlage der Heizungs-, Klima- oder Sanitärtechnik und dokumentierst sie. Danach präsentierst du sie und führst ein Fachgespräch (§ 18 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV).

Wie viele Stunden hat der Arbeitsauftrag?

Höchstens 40 Stunden samt Dokumentation. Dazu kommen höchstens 10 Minuten Präsentation und höchstens 20 Minuten Fachgespräch (§ 18 Abs. 3 Nr. 3 b und Nr. 4 b).

Wer wählt die Variante?

Dein Ausbildungsbetrieb. Er meldet sie mit der Anmeldung zur Prüfung an dich und die IHK (§ 18 Abs. 3 Nr. 5).

Muss der Auftrag genehmigt werden?

Beim betrieblichen Auftrag ja. Du legst dem Prüfungsausschuss vorher die Aufgabenstellung samt geplantem Zeitraum vor (§ 18 Abs. 3 Nr. 3 a). Beim Prüfungsprodukt kommt die Aufgabe laut PAL von der Aufgabenstelle.

Wie wird der Arbeitsauftrag bewertet?

Laut PAL zählt das Fachgespräch 60 Prozent, das Prüfungsprodukt mit Dokumentation 30 Prozent und die Präsentation 10 Prozent. Der Bereich muss mindestens ausreichend sein (§ 19 Abs. 2).

Was passiert, wenn mein Arbeitsauftrag unter ausreichend liegt?

Dann ist die Abschlussprüfung nicht bestanden. Eine mündliche Ergänzung gibt es hier nicht, sie gilt nur für schriftliche Bereiche (§ 19 Abs. 3). Du kannst die Prüfung zweimal wiederholen (§ 37 Abs. 1 BBiG).

Quellen dieser Seite: TPDesign/TSysPlAusbV vom 21.06.2011, geändert 17.10.2014, §§ 18 und 19 (gesetze-im-internet.de) · Berufsbildungsgesetz, § 37 (gesetze-im-internet.de) · PAL, Berufe-/Prüfungsübersicht W26, Technische/-r Systemplaner/-in Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Arbeitsauftrag (ihk.de/stuttgart/pal)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Technischen Produktdesigner und zur Technischen Produktdesignerin sowie zum Technischen Systemplaner und zur Technischen Systemplanerin (vom 21. Juni 2011, geändert 17. Oktober 2014), gelesen am 19.10.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Technischer Systemplaner beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.