Kunststoff-/Kautschuktechnologe Formteile

Praktische Prüfung Kunststoff- und Kautschuktechnologe Formteile

Auf einen Blick

Nächster schriftlicher Termin Teil 2
(Winter 2026/27)
Herstellen von Formteilen
35 %praktisch · Arbeitsaufgabe mit situativem Fachgespräch (höchstens 20 Minuten), insgesamt 7 Stunden (§ 11)
Verfahrenstechnische Systeme
20 %schriftlich · 150 Minuten (§ 12)
Produktionsplanung und -analyse
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 13)
Wirtschafts- und Sozialkunde
10 %schriftlich · 60 Minuten (§ 14)
Bezug der Prozente
Anteil am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung
Bestanden, wenn
  • Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend (50 Punkte)
  • Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In mindestens drei der vier Prüfungsbereiche von Teil 2 mindestens ausreichend
  • In keinem Prüfungsbereich von Teil 2 ungenügend (unter 30 Punkten)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Kunststoff- und Kautschuktechnologen und zur Kunststoff- und Kautschuktechnologin (§ 8, §§ 10–14, § 15) · Termine: PAL – Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (bundesweite Aufgabenstelle der IHKs mit Sitz bei der IHK Region Stuttgart) (ohne Gewähr; verbindlich ist die Einladung deiner IHK)

Worum es geht

Im Bereich Herstellen von Formteilen zeigst du an einer Maschine, dass du einen Produktionsauftrag selbst führst. Du hast sieben Stunden (§ 11 Abs. 4 KStoffTechAusbV). Der Bereich zählt 35 Prozent.

Das Verfahren

Der Prüfungsausschuss wählt ein Gebiet aus § 11 Abs. 2:

  • Spritzgießen
  • Blasformen
  • Schäumen
  • Pressen
  • Thermoformen

Er berücksichtigt dabei, wo du im Betrieb überwiegend gelernt hast. Ein anderes Gebiet ist erlaubt, wenn es gleichwertig prüft.

Was du zeigen sollst

Die Verordnung nennt acht Punkte (§ 11 Abs. 1). Zusammengefasst:

  1. Auftrag auswerten und Informationen beschaffen.
  2. Ablauf und Betriebsmittel planen, Fertigung vorbereiten.
  3. Auftrag nach Unterlagen durchführen, sicher und umweltgerecht.
  4. Sicherheitseinrichtungen auf Wirkung prüfen.
  5. Maschine einrichten, anfahren, steuern, überwachen und Störungen beheben.
  6. Qualitätsmängel suchen, beseitigen und dokumentieren.
  7. Prüfmittel und Prüfpläne anwenden, Ergebnisse bewerten.
  8. Hintergründe erklären und das Vorgehen begründen.

Bewertung laut PAL

TeilGewicht im Bereich
Planung, Durchführung und Qualitätsmanagement80 %
situatives Fachgespräch20 %

Das Gespräch findet während der Arbeit statt, nicht danach. Die Prüfer fragen, was du gerade tust und warum.

Typische Fragen im Fachgespräch

  • „Warum fahren Sie die Maschine in dieser Reihenfolge an?“
  • „Wie erkennen Sie, dass der Prozess stabil läuft?“
  • „Was ändern Sie bei Gratbildung am Formteil?“
  • „Welche Schutzeinrichtung haben Sie vor dem Start geprüft?“

Antworte kurz und mit Bezug auf das Teil vor dir. Zeig auf die Stelle, um die es geht.

Ein möglicher Ablauf

  1. Vorbereiten: Auftrag, Datenblatt und Prüfplan lesen, Werkstoff und Trocknung prüfen.
  2. Einrichten: Werkzeug prüfen, Temperaturen und Drücke nach Vorgabe einstellen.
  3. Anfahren: Schutzeinrichtungen testen, erste Teile beurteilen, Parameter anpassen.
  4. Produzieren: Prozess überwachen, Stichproben messen, Ergebnisse eintragen.
  5. Abschließen: Maschine sicher abfahren, Arbeitsplatz räumen, Auftrag dokumentieren.

Fehler, die du vermeiden solltest

  • Granulat nicht getrocknet, Teile mit Schlieren.
  • Schutzeinrichtung nicht geprüft oder Prüfung nicht notiert.
  • Parameter ohne Plan verändert, keine Begründung im Gespräch.
  • Prüfergebnisse nicht eingetragen.

Vorbereitung

  1. Richte im Betrieb deine Maschine dreimal unter Aufsicht selbst ein.
  2. Führe ein Fehlerbuch: Fehlerbild, Ursache, Maßnahme.
  3. Erkläre einem Kollegen jeden Parameter in einem Satz.
  4. Lass dich in einem Probegespräch während der Arbeit befragen.

Die schriftlichen Bereiche stehen auf Abschlussprüfung Teil 2 Formteile. Rechenaufgaben findest du unter Prüfungsaufgaben Formteile.

Wie stark die Arbeitsaufgabe deine Endnote bewegt, probierst du im Notenrechner Formteile aus. Die Theorie zu Verfahren und Fehlerbildern übst du kostenlos in der Prüfungssimulation Formteile. Für die Theorie dahinter gibt es die 1:1-Nachhilfe Formteile.

Prüfungsvorbereitung Kunststoff-/Kautschuktechnologe Formteile

Ein paar Prüfungstage entscheiden über die Note in deinem IHK-Zeugnis – und darüber, ob du ein Jahr dranhängst. Üb die Prüfung deshalb vorher, im Format, in dem sie kommt.

Für Kunststoff-/Kautschuktechnologe Formteile gibt es derzeit keinen ErfolgsAzubi-Kurs. Was es gibt: alle Termine mit Erinnerung, der Notenrechner nach deiner Ausbildungsordnung und die Hinweise zur Prüfungsangst.

Häufige Fragen: Praktische Prüfung – Kunststoff-/Kautschuktechnologe Formteile

Welches Verfahren kommt in der praktischen Prüfung Formteile?

Eines von fünf: Spritzgießen, Blasformen, Schäumen, Pressen oder Thermoformen. Ein anderes Gebiet ist möglich, wenn es gleich breit und tief prüft. Der Prüfungsausschuss legt es fest und achtet auf deinen Ausbildungsschwerpunkt (§ 11 Abs. 2 KStoffTechAusbV).

Wie lange dauert die Arbeitsaufgabe?

Insgesamt sieben Stunden. Darin läuft ein situatives Fachgespräch von höchstens 20 Minuten (§ 11 Abs. 4 KStoffTechAusbV).

Wie viel zählt der Bereich?

35 Prozent des Gesamtergebnisses (§ 15 Abs. 1 KStoffTechAusbV). Er ist der größte einzelne Bereich der ganzen Prüfung.

Welche Hilfsmittel darf ich mitbringen?

Das legt laut PAL der örtliche Prüfungsausschuss fest. Frag bei deiner IHK nach, bevor du deine Unterlagen packst.

Muss ich die praktische Prüfung bestehen?

Nicht zwingend, ein Sperrfach ist sie nicht. Drei der vier Bereiche von Teil 2 müssen aber ausreichend sein. Kein Bereich darf ungenügend sein (§ 15 Abs. 2). Mit 35 Prozent ist eine schwache Arbeitsaufgabe schwer auszugleichen.

Kann ich die praktische Prüfung mündlich ergänzen?

Nein. Eine Ergänzungsprüfung gibt es nur für die drei schriftlichen Bereiche (§ 16 Abs. 2). Das situative Fachgespräch ist Teil der Arbeitsaufgabe und kein Ersatz dafür.

Quellen dieser Seite: KStoffTechAusbV vom 14.06.2023, §§ 11 und 15 (gesetze-im-internet.de) · PAL, Berufe-/Prüfungsübersicht W26, Fachrichtung Formteile, Herstellen von Formteilen (ihk.de/stuttgart/pal) · KStoffTechAusbV vom 14.06.2023, § 16 (gesetze-im-internet.de)

Prüfungsregeln: Verordnung über die Berufsausbildung zum Kunststoff- und Kautschuktechnologen und zur Kunststoff- und Kautschuktechnologin (vom 14. Juni 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 151; Nr. 241); ersetzt die KStoffVerfMAusbV vom 21. Mai 2012), gelesen am 19.10.2026 · Alle Ordnungsmittel: Berufsprofil Kunststoff-/Kautschuktechnologe Formteile beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) · Seite zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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Christoph Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.