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Betrieblicher Auftrag oder Prüfungsprodukt? Entscheidungshilfe für Konstruktion und Design

Für Technische Produktdesigner und Bautechnische Konstrukteure: beide Varianten aus der Ausbildungsordnung, wer wählt, und acht Fragen.

Im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag gibt es zwei Varianten: den betrieblichen Auftrag aus deinem Betrieb oder eine für die Prüfung vorgegebene Aufgabe – bei Technischen Produktdesignern ein Prüfungsprodukt, bei Bautechnischen Konstrukteuren eine Arbeitsprobe. Die Variante wählt der Ausbildungsbetrieb. Wähle unten deinen Beruf.

  • Betrieblicher Auftrag: echter Auftrag, vorher genehmigt, mit Präsentation und Fachgespräch
  • Vorgegebene Aufgabe: kommt fertig, gleiche Zeit, gleiche Bewertung
  • Keine Variante bringt automatisch die bessere Note

Für Technischer Produktdesigner

Im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag (35 % des Gesamtergebnisses) gibt es zwei Varianten: Variante 1, ein betrieblicher Auftrag aus deinem Betrieb, oder Variante 2, ein Prüfungsprodukt, das einem betrieblichen Auftrag entspricht; die Aufgabe wird für die Prüfung vorgegeben, zum Beispiel bei der IHK Region Stuttgart als PAL-Variante. Beide dauern 70 Stunden inklusive Dokumentation, beide enden mit einer Präsentation von höchstens 10 Minuten und einem Fachgespräch von höchstens 20 Minuten; es wählt der Ausbildungs­betrieb, mit der Anmeldung (§ 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV). Die Tabelle zeigt, was sich unterscheidet, die Entscheidungshilfe darunter, was zu dir passt.

Betrieb­licher AuftragPrüfungsprodukt
Aufgabeechter Auftrag aus deinem Betrieb, vorher genehmigtPrüfungs­produkt nach vorgegebener Aufgabe
Zeit70 Stunden inkl. Dokumen­tation70 Stunden inkl. Dokumen­tation
Präsen­tationhöchstens 10 Minutenhöchstens 10 Minuten
Fach­gesprächhöchstens 20 Minutenhöchstens 20 Minuten
Wer wähltder Ausbildungs­betrieb, mit der Anmeldungder Ausbildungs­betrieb, mit der Anmeldung
Vergleich im Detail: sechs Punkte aus der Verordnung
Wer stellt die Aufgabe?
Betrieb­licher Auftrag: Dein Betrieb: ein echter Auftrag, dessen Aufgabenstellung und Zeitplan der Prüfungsausschuss vor Beginn genehmigt.
Prüfungsprodukt: ein Prüfungsprodukt, das einem betrieblichen Auftrag entspricht; die Aufgabe wird für die Prüfung vorgegeben, zum Beispiel bei der IHK Region Stuttgart als PAL-Variante.
Zeit
Betrieb­licher Auftrag: 70 Stunden für Durchführung und Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen.
Prüfungsprodukt: 70 Stunden für Erstellung und Dokumentation.
Präsentation und Fachgespräch
Betrieb­licher Auftrag: Präsentation höchstens 10 Minuten, auftragsbezogenes Fachgespräch höchstens 20 Minuten; Grundlage sind deine Unterlagen und Datensätze.
Prüfungsprodukt: Dieselben Zeiten; Grundlage sind Prüfungsprodukt beziehungsweise Arbeitsprobe und deine Dokumentation.
Gewichtung im Bereich
Betrieb­licher Auftrag: nicht in der Verordnung; die IHK Region Stuttgart zum Beispiel wertet Dokumentation 20 %, Präsentation 20 %, Fachgespräch 60 %.
Prüfungsprodukt: Dieselbe Gewichtung.
Bestehen
Der Bereich ist Sperrbereich: Er muss für sich mindestens ausreichend sein. Gilt für beide Varianten.
Wer wählt?
Es wählt der Ausbildungs­betrieb, mit der Anmeldung (§ 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV). Du entscheidest mit, nicht allein. Gilt für beide Varianten.

Quelle: § 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV; als Beispiel die Hinweise der IHK Region Stuttgart zum betrieblichen Auftrag (Stand August 2026). Deine IHK regelt Portal und Fristen selbst.

Entscheidungshilfe: Welche Variante passt zu mir? (8 Fragen, 2 Minuten)

Acht Fragen aus der Verordnung (§ 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV) und den Hinweisen der IHK Region Stuttgart, die hier als Beispiel steht. Die Variante wählt der Ausbildungs­betrieb, mit der Anmeldung; das Ergebnis ist ein Gesprächsvorschlag.

  1. Gibt es in deinem Betrieb in den nächsten Monaten einen echten Auftrag, den du in 70 Stunden inklusive Dokumentation bearbeiten kannst, von der Aufgabenklärung bis zum fertigen Ergebnis?

  2. Darfst du dabei selbstständig entscheiden: Lösungsvarianten vergleichen, eine auswählen, den Ablauf planen?

  3. Hat dein Ausbilder Zeit, Aufgabenstellung und Zeitplan mit dir zu schreiben und den Auftrag im genehmigten Zeitraum zu begleiten?

  4. Fällt es dir leicht, deine Arbeit zu dokumentieren: Aufgabenstellung, Vorgehen, Ergebnisse, Unterlagen, und daraus eine Präsentation von 10 Minuten zu machen?

  5. Kannst du 20 Minuten über deine eigene Arbeit sprechen und Nachfragen beantworten: warum so, was wäre die Alternative, was hat die Prüfung ergeben?

  6. Arbeitest du lieber eine klar vorgegebene Aufgabe ab, als ein eigenes Projekt aus dem Betrieb zu formen?

  7. Hat dein Betrieb Arbeitsplatz, Software und Unterlagen, um eine vorgegebene Aufgabe wie im Betrieb zu bearbeiten?

  8. Kannst du dich über 70 Stunden auf eine Aufgabe konzentrieren, die du vorher nicht kennst?

Beantworte alle 8 Fragen – das Ergebnis erscheint hier, ohne Anmeldung.

Häufige Fragen

Betrieblicher Auftrag oder Prüfungsprodukt: Wer entscheidet?

Es wählt der Ausbildungs­betrieb, mit der Anmeldung (§ 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV). Sprich das Ergebnis der Entscheidungshilfe vorher mit deinem Ausbilder durch; die Mitteilung an die IHK kommt mit der Anmeldung zur Prüfung.

Wie lange dauert der Arbeitsauftrag und was gehört dazu?

70 Stunden inklusive Dokumentation, in beiden Varianten. Danach präsentierst du höchstens 10 Minuten und führst ein auftragsbezogenes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten (§ 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV). Gewichtung im Bereich: nicht in der Verordnung; die IHK Region Stuttgart zum Beispiel wertet Dokumentation 20 %, Präsentation 20 %, Fachgespräch 60 %.

Muss der betriebliche Auftrag genehmigt werden?

Ja. Vor der Durchführung werden Aufgabenstellung und geplanter Zeitraum beziehungsweise Zeitplan dem Prüfungsausschuss zur Genehmigung vorgelegt (§ 12 Abs. 3 TPDesign/TSysPlAusbV). Zum Beispiel bei der IHK Region Stuttgart läuft das digital im Azubi-Infocenter mit festem Abgabetermin; deine IHK nennt Portal und Termin selbst.

Zur Berufsseite Technischer Produktdesigner: Termine, Aufbau, Bestehensregeln

Für Bautechnischer Konstrukteur

Im Prüfungsbereich Erstellen von Dokumenten für die Planung (Name je Fachrichtung) (50 % des Gesamtergebnisses) gibt es zwei Varianten: Variante 1, ein betrieblicher Auftrag aus deinem Betrieb, oder Variante 2, eine Arbeitsprobe, die einem betrieblichen Auftrag entspricht und im Betrieb durchgeführt wird. Beide dauern 40 Stunden inklusive Dokumentation, beide enden mit einer Präsentation von höchstens 10 Minuten und einem Fachgespräch von höchstens 20 Minuten; es wählt der Ausbildende; du teilst die Wahl mit der Anmeldung mit (§ 14 BautechKonAusbV 2025). Die Tabelle zeigt, was sich unterscheidet, die Entscheidungshilfe darunter, was zu dir passt.

Betrieb­licher AuftragArbeitsprobe
Aufgabeechter Auftrag aus deinem Betrieb, vorher genehmigtArbeits­probe, die einem Auftrag entspricht
Zeit40 Stunden inkl. Dokumen­tation40 Stunden inkl. Dokumen­tation
Präsen­tationhöchstens 10 Minutenhöchstens 10 Minuten
Fach­gesprächhöchstens 20 Minutenhöchstens 20 Minuten
Wer wähltder Ausbildende; du teilst die Wahl mit der Anmeldung mitder Ausbildende; du teilst die Wahl mit der Anmeldung mit
Vergleich im Detail: sechs Punkte aus der Verordnung
Wer stellt die Aufgabe?
Betrieb­licher Auftrag: Dein Betrieb: ein echter Auftrag, dessen Aufgabenstellung und Zeitplan der Prüfungsausschuss vor Beginn genehmigt.
Arbeitsprobe: eine Arbeitsprobe, die einem betrieblichen Auftrag entspricht und im Betrieb durchgeführt wird.
Zeit
Betrieb­licher Auftrag: 40 Stunden für Durchführung und Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen.
Arbeitsprobe: 40 Stunden für Erstellung und Dokumentation.
Präsentation und Fachgespräch
Betrieb­licher Auftrag: Präsentation höchstens 10 Minuten, auftragsbezogenes Fachgespräch höchstens 20 Minuten; Grundlage sind deine Unterlagen und Datensätze.
Arbeitsprobe: Dieselben Zeiten; Grundlage sind Prüfungsprodukt beziehungsweise Arbeitsprobe und deine Dokumentation.
Gewichtung im Bereich
Betrieb­licher Auftrag: Dokumentation 10 %, Präsentation 20 %, Fachgespräch 70 %.
Arbeitsprobe: Dieselbe Gewichtung.
Bestehen
Kein Sperrbereich: Drei von vier Bereichen müssen ausreichend sein, keiner ungenügend. Gilt für beide Varianten.
Wer wählt?
Es wählt der Ausbildende; du teilst die Wahl mit der Anmeldung mit (§ 14 BautechKonAusbV 2025). Du entscheidest mit, nicht allein. Gilt für beide Varianten.

Quelle: § 14 BautechKonAusbV 2025; als Beispiel die Hinweise der IHK Region Stuttgart zum betrieblichen Auftrag (Stand August 2026). Deine IHK regelt Portal und Fristen selbst.

Entscheidungshilfe: Welche Variante passt zu mir? (8 Fragen, 2 Minuten)

Acht Fragen aus der Verordnung (§ 14 BautechKonAusbV 2025) und den Hinweisen der IHK Region Stuttgart, die hier als Beispiel steht. Die Variante wählt der Ausbildende; du teilst die Wahl mit der Anmeldung mit; das Ergebnis ist ein Gesprächsvorschlag.

  1. Gibt es in deinem Betrieb in den nächsten Monaten einen echten Auftrag, den du in 40 Stunden inklusive Dokumentation bearbeiten kannst, von der Aufgabenklärung bis zum fertigen Ergebnis?

  2. Darfst du dabei selbstständig entscheiden: Lösungsvarianten vergleichen, eine auswählen, den Ablauf planen?

  3. Hat dein Ausbilder Zeit, Aufgabenstellung und Zeitplan mit dir zu schreiben und den Auftrag im genehmigten Zeitraum zu begleiten?

  4. Fällt es dir leicht, deine Arbeit zu dokumentieren: Aufgabenstellung, Vorgehen, Ergebnisse, Unterlagen, und daraus eine Präsentation von 10 Minuten zu machen?

  5. Kannst du 20 Minuten über deine eigene Arbeit sprechen und Nachfragen beantworten: warum so, was wäre die Alternative, was hat die Prüfung ergeben?

  6. Arbeitest du lieber eine klar vorgegebene Aufgabe ab, als ein eigenes Projekt aus dem Betrieb zu formen?

  7. Hat dein Betrieb Arbeitsplatz, Software und Unterlagen, um eine vorgegebene Aufgabe wie im Betrieb zu bearbeiten?

  8. Kannst du dich über 40 Stunden auf eine Aufgabe konzentrieren, die du vorher nicht kennst?

Beantworte alle 8 Fragen – das Ergebnis erscheint hier, ohne Anmeldung.

Häufige Fragen

Betrieblicher Auftrag oder Arbeitsprobe: Wer entscheidet?

Es wählt der Ausbildende; du teilst die Wahl mit der Anmeldung mit (§ 14 BautechKonAusbV 2025). Sprich das Ergebnis der Entscheidungshilfe vorher mit deinem Ausbilder durch; die Mitteilung an die IHK kommt mit der Anmeldung zur Prüfung.

Wie lange dauert der Arbeitsauftrag und was gehört dazu?

40 Stunden inklusive Dokumentation, in beiden Varianten. Danach präsentierst du höchstens 10 Minuten und führst ein auftragsbezogenes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten (§ 14 BautechKonAusbV 2025). Gewichtung im Bereich: Dokumentation 10 %, Präsentation 20 %, Fachgespräch 70 %.

Muss der betriebliche Auftrag genehmigt werden?

Ja. Vor der Durchführung werden Aufgabenstellung und geplanter Zeitraum beziehungsweise Zeitplan dem Prüfungsausschuss zur Genehmigung vorgelegt (§ 14 BautechKonAusbV 2025). Zum Beispiel bei der IHK Region Stuttgart läuft das digital im Azubi-Infocenter mit festem Abgabetermin; deine IHK nennt Portal und Termin selbst.

Zur Berufsseite Bautechnischer Konstrukteur: Termine, Aufbau, Bestehensregeln


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Christoph Höller Gründer, Berufsschullehrer, Autor und IHK-Prüfungsausschuss-Mitglied
IHK-Prüfungsvorbereitung für industrielle Ausbildungsberufe Erfolgsstrategien für AP1 und AP2 Ausbildungsqualität verbessern & Abbrüche senken Digitale Lernplattformen & E-Learning Ausbilder mit digitalen Tools entlasten
Education: RWTH Aachen University, TH Köln, Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen

Christoph Höller ist Experte im Bereich duale Ausbildung. Als ehemaliger Auszubildender mit Auszeichnungen, Ingenieur mit Ausbilderschein, Berufsschullehrer und IHK-Prüfer kennt er das Ausbildungssystem aus allen Perspektiven.

Er ist Gründer der ErfolgsAzubi® Academy, Autor mehrerer Fachbücher und Initiator der größten kostenlosen Azubi-Community Deutschlands mit über 75.500 aktiven Teilnehmern.

Sein Ziel: Azubis systematisch zum Prüfungserfolg führen – und Betriebe dabei unterstützen, bessere Azubis zu entwickeln, Ausbilder spürbar zu entlasten und Ausbildungskosten nachhaltig zu senken.


Seite zuletzt aktualisiert am 19.09.2026